Auswandern nach Südtirol

by Carina on 29. Januar 2010

Wir kennen Südtirol als wunderschönes Reiseland. Die Kurstadt Meran zieht jedes Jahr tausende Urlauber an und in den Skigebieten tummeln sich die Gäste aus aller Welt. Doch wie steht es mit Auswandern? Ist Südtirol ein interessantes Ziel oder ist die Jobsuche aussichtslos? Wie steht es mit der Integration und was erwartet deutsche Immigranten? Wir sind diesen Fragen einmal auf den Grund gegangen.

Bedingte Kommunikationsprobleme
Auswanderer nach Südtirol werden  mit der Sprache nur bedingte Probleme haben, denn es wird überwiegend Deutsch gesprochen. Trotzdem wird man im Laufe der Zeit die italienische Sprache lernen müssen. Italienisch ist auch die offizielle Amtssprache.

Wirtschaft und Arbeitsmarktsituation
Egal welches Auswanderungsziel man auch vorstellt, die Wirtschaftskrise hat fast überall ihre Spuren hinterlassen. Davon kann Südtirol ein Lied singen. Zwar hat das Land sich gerade in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt, doch noch immer ist der Tourismus der Hauptwirtschaftszweig. Einzelne Berufsgruppen haben in Südtirol trotz der Krise gute Jobchancen. Das gilt natürlich mit Abstand im Bereich Tourismus. Hier fehlen viele Fachkräfte und zusätzlich werden zum Winter und zum Sommer hin viele Saisonkräfte eingestellt. Die Touristengebiete werden ständig erweitert und umgebaut. Trotz der Krise sieht es im gesamten Baubereich sehr gut aus. Hier mangelt es an Facharbeitern, Statikern und Ingenieuren. Ferner werden andere Industriezweige aufgebaut. Dadurch haben Techniker, Ingenieure und Konstrukteure gute bis sehr gute Jobchancen.

Arbeitserlaubnis und Jobsuche
In Südtirol gelten arbeitstechnisch dieselben Bedingungen wie in den anderen Landesteilen Italiens. Das heißt, dass der Erhalt einer Arbeitserlaubnis problemlos möglich ist.
Die Jobsuche kann unter Umständen schwer werden. Große Touristikkonzerne und Hotelketten schreiben die Stellen überregional in den großen Jobbörsen und auf den eigenen Webseiten aus. Kleinere Unternehmen beziehen sich bei der Suche nach neuen Mitarbeitern auf den regionalen Bereich. Hier lohnt ein Blick auf die konzerneigenen Websites. Auch die Stellenmärkte der regionalen Tageszeitungen können zum Erfolg führen.
Die Südtiroler sind ein seltsames Völkchen. Was in anderen Ländern längst aus der Mode gekommen ist, bringt in Südtirol Vorteile. Wer ernsthaft in Südtirol leben und arbeiten will, der sollte am besten vor Ort auf Suche gehen. Gerade im Bereich Tourismus und Gastronomie sollte man direkt bei den Betrieben nachfragen. Nicht alle Unternehmen haben ein Personalbüro. In kleinen Betrieben entscheidet der Chef noch persönlich. Es kann somit durchaus sein, das man unmittelbar seine Arbeit aufnehmen kann. Zudem bieten die Arbeitgeber zunächst einen Saisonjob an. Werden dort die Erwartungen erfüllt, besteht die Chance auf einen Festvertrag oder ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis.
Ein weiterer Vorteil bei der Arbeitssuche sind Kontakte. Machen Sie zum Beispiel öfter Urlaub in Südtirol, dann wenden Sie sich ans Hotelpersonal. Reden Sie offen über Ihre Arbeitssuche. Die Südtiroler sind ein hilfsbereites Völkchen. Über Beziehungen und gute Kontakte kann man schnell einen Job finden.

Bewerbung
Sollten Sie sich persönlich um einen Job bewerben, dann werden Sie ruhig aufdringlich. In Italien und gerade in Südtirol ist es durchaus üblich, dass man immer und immer wieder bei der selben Firma vorspricht. Das gilt erst Recht, wenn der Chef um ein paar Tage Bedenkzeit bittet. In dieser Situation erwartet er, dass der Bewerber am Ball bleibt. Rufen Sie ruhig öfter an oder gehen Sie nochmal persönlich vorbei. Was wir in Deutschland als aufdringlich empfinden, ist in Italien eine Schmeichelei. Das Unternehmen fühlt sich geehrt, wenn ein Bewerber signalisiert, dass die Firma sein Wunscharbeitgeber sei. Sie sollten immer wieder betonen, wie toll das Unternehmen sei und dass es für Sie nichts Schöneres gäbe, als für die Firma tätig zu werden.

Löhne und Sozialversicherungen
Die Löhne in Südtirol sind geringer als in Deutschland. Nur in internationalen Konzernen werden höhere Löhne und Gehälter gezahlt. Kleine Betriebe zahlen meist noch geringere Löhne. Das gilt vor allem für Betriebe im Bereich Gastronomie und Hotel. Saisonjobs werden ebenfalls geringer vergütet. Trotzdem dürfte eine Auswanderung nach Südtirol ohne Schwierigkeiten zu meistern sein, denn die Lebenshaltungskosten sind geringer. Die Beiträge zur Sozialversicherung sind etwa auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland. Das gilt auch für die steuerlichen Abgaben.

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Schwere Zeiten für Ingenieure in Dänemark

by Carina on 27. Januar 2010

Das einstige Auswanderungsparadies Dänemark ist von der Wirtschaftskrise schwer getroffen. Die Jobaussichten für Auswanderer sind nicht mehr so rosig wie früher. Ingenieure sind von der Flaute besonders betroffen.

Früher wurden Ingenieure nach Dänemark gelockt
Vor einigen Jahren fehlten Ingenieure in Dänemark an jeder Ecke. Der Bedarf war nicht zu stillen und deshalb wurden insbesondere Maschinenbau- und Elektro-Ingenieure aus Deutschland in das Königreich gelockt. Die kamen gerne, denn es warteten höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen mit beruflicher Weiterbildung. Die Nachfrage war 2007 so groß, dass die Ingenieure gleich mit Bussen ins Nachbarland gekarrt wurden. Es gab sogar Firmen, die auf einen Schlag 10 deutsche Ingenieure einstellten und gleich eine neue Entwicklungsabteilung aufbauten. Überall fanden Jobmessen statt.

Deutsche Ingenieure sind besonders getroffen
Heute sieht die Situation ganz anders aus. Zwar mangelt es immer noch an Ingenieuren, aber die können aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht eingestellt werden. Es fehlt an Geldern und an Aufträgen. In der Hauptstadtregion versucht man die Lage in den Griff zu bekommen. In Jütland dagegen wurden viele Abteilungen und auch ganze Betriebe geschlossen. Hunderte Ingenieure sind arbeitslos, darunter auch viele Deutsche. Beim Thema Entlassungen steht bei vielen Dänen leider der Nationalstolz im Vordergrund, so dass die ausländischen Kollegen zuerst ihren Hut nehmen durften.

Schwierige Vermittlung
Laut „IAK“ (Arbeitslosenkasse für Ingenieure) sind ausländische Ingenieure schwerer zu vermitteln, da sie meist über zu wenige dänische Sprachkenntnisse verfügen. Das liegt daran, dass in den Entwicklungsabteilungen meist nur englisch gesprochen wird. Für den Ingenieurberuf war dänisch nicht zwingend erforderlich, aber in anderen alternativen Berufen kommt man ohne dänische Sprachkenntnisse nicht weit. Zudem gelten deutsche Ingenieure in Dänemark als hochqualifiziert und  deshalb als schwer vermittelbar, denn nicht alle Arbeitgeber, der weniger anspruchsvollen Jobs, möchten sie einstellen.

Existenzangst anstatt Auswandererglück
Die meisten Ingenieure aus Deutschland bauten sich in Dänemark eine neue Existenz auf. Sie kamen gemeinsam mit Ihren Familien. Sie kauften Häuser, weil damals nicht abzusehen war, dass es einmal zu solch einer Krise kommen würde. Ihre Kinder integrierten sich in dänischen Schulen und fanden neue Freunde. Dies alles trägt sicherlich dazu bei, dass ein Rückgang nach Deutschland nur für die Wenigsten in Frage kommt. Der Hauptgrund liegt jedoch im Besitz einer Immobilie. Wer Dänemark verlässt, der kann sein Haus nur dann vermieten, wenn er mindestens fünf Jahre im Königreich gelebt hat. Es gibt zwar Ausnahmeregeln, aber die Auflage erfüllen nur die wenigsten Auswanderer. Für die Mehrzahl bleibt der Hausverkauf als einzige Chance. Doch die Immobilienpreise sind im Keller. Manche Häuser sind nur noch die Hälfte wert und in den schlechten Zeiten will auch niemand mehr ein Haus kaufen. Schon gar nicht in Jütland. Hier liegen Immobilen Monate leer, weil sich kein Käufer findet.
Løntilskud-Jobs und Virksomhedspraktikplads
Die Zahl der Arbeitslosen stieg nicht schleichend. Im Frühjahr letzten Jahres wurde eine große Anzahl an Menschen entlassen. Diese werden nun durch die Arbeitslosenkassen in Jobs med Løntilskud-Jobs und Virksomhedspraktikplads vermittelt. Doch das Angebot dieser Vierwochen-Beschäftigung ist wesentlich geringer als die Nachfrage. Trotz intensiver Bemühen bleiben die meisten Vermittlungsversuche ohne Erfolg. Laut Dänischem Ingenieurverband sind Ingenieure auch hier besonders betroffen. Im Januar 2010 suchten über 300 Ingenieure eine solche Kurzbeschäftigung. Scheitern eine Vermittlung in einen Løntilskud-Job oder in einen Virksomhedspraktikplads werden die Arbeitslosengeld-Zahlungen normalerweise gekürzt oder im ungünstigsten Fall sogar ganz gestrichen. Doch diese Maßnahmen wurden von der IAK (Arbeitslosenkasse für Ingenieure) bisher nicht mehr umgesetzt. Selbst die von der IAK eingesetzten Vermittlungsbüros können trotz intensiver Bemühungen nur wenige Ingenieure wieder in Lohn und Brot bringen.
Da hilft nur Hoffnung, denn die stirbt ja bekanntlich zuletzt!

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