Auswandern nach Norwegen

by Rainer on 5. Februar 2009

Gründe für eine Auswanderung nach Norwegen gibt es viele. Rund 10000 Deutsche leben und arbeiten dauerhaft in Norwegen. Damit gehört das Land neben der Schweiz, Österreich und den Niederlanden in Europa zu den beliebtesten Zielen für deutsche Auswanderer (Quelle: Bundesagentur für Arbeit). Diese Beliebtheit erklärt sich vor allem durch die guten Jobchancen und den hohen norwegischen Lebens- und Sozialstandard. Zudem lockt Norwegen mit einer intakten Natur, nach der sich viele Menschen in der Tristesse der Großstädte sehnen. Ein Haus am Fjord scheint in Norwegen für jedermann machbar zu sein.

Obwohl Norwegen kein Mitglied der Europäischen Union ist, existieren nur geringe behördliche Einwanderungshürden. Absolute Priorität hat die Anmeldung bei der Polizeibehörde (www.politi.no) innerhalb der ersten sieben Tage nach der Ankunft. Ein Eintrag im sogenannten Folkeregister ist notwendig, wenn ein Aufenthalt von mehr als drei Monaten geplant ist. Bei der Anmeldung sind ein Reisepass sowie die Abmeldebescheinigung des deutschen Einwohnermeldeamtes vorzulegen. Ziel ist es die Personennummer zu erhalten, die für alle weiteren Angelegenheiten (z.B. Steuerkarte, Kontoeröffnung etc.) essentiell ist. Im nächsten Schritt sollte an die Einrichtung eines Bankkontos gedacht werden, da Norwegen kein Mitglied der Eurozone ist. So lassen sich Verluste durch Wechselkurse und unnötige Wechselgebühren vermeiden. Fundierte Informationen zu den ersten Schritten erhält man auf den Seiten der deutschen Botschaft in Oslo (www.oslo.diplo.de), dem Bundesverwaltungsamt (www.bundesverwaltungsamt.de) und der norwegischen Einwanderungsbehörde (www.udi.no). Private Internetseiten schildern die Erlebnisse von Auswanderern und geben somit wertvolle Ratschläge für die eigene Auswanderung (www.fboller.de/norwegen; www.trolljenta.net; www.auswandern-nach-norwegen.de).

Ein Leben in Norwegen birgt vor allem hohe Lebenshaltungskosten. Für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Auswanderung ist ein Job also unerlässlich. Empfehlenswert ist es daher bereits mit einer Job-Offerte auszuwandern, sonst dürfte ein finanzielles Polster durch das hohe Preisniveau sehr schnell aufgebraucht sein. Im Schnitt liefert ein norwegischer Job einen Bruttolohn von ca. 3500 EUR und damit im Vergleich zu Deutschland rund 1000 Euro mehr. Im Gegensatz zu vielen Ländern in Europa herrscht in Norwegen eine nahezu traumhafte Arbeitslosenquote vor, die bei lediglich 2% liegt. Norwegen sucht zudem händeringend nach Fachkräften. Handwerker und medizinische Berufsgruppen sind besonders gefragt. Aufgrund des Stellenwertes der Ölindustrie besteht außerdem eine hohe Nachfrage nach Ingenieuren und Ölarbeitern. In ländlichen Bereichen, besonders im Norden des Landes, ist die Fülle an freien Stellen am höchsten. Dies führt bei entsprechender Qualifikation zu sehr guten Jobchancen. Häufig werden gar die gesamten Umzugskosten vom neuen Arbeitgeber getragen. Aufgrund der globalen Finanzkrise haben sich auch in Norwegen der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft abgekühlt. Als Öl- und Gasnation leidet Norwegen stark unter den sinkenden Energiepreisen. Daher ist eine gute Planung im Vorfeld der Auswanderung unerlässlich. Aktuelle Stellenausschreibungen finden sich beim norwegischen Arbeitsamt (www.nav.no), der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (www.arbeitsagentur.de) oder bei privaten Jobportalen wie monster.no (www.monster.no).

Ein Job und die damit verbundene finanzielle Sicherheit ist ein Faktor für eine geglückte Auswanderung. Dieses Ziel hängt jedoch oftmals von gewissen Sprachkenntnissen ab. Neben der Landessprache kommt man in Norwegen im Alltagsgebrauch mit Englisch ausgesprochen weit. Ein Großteil der Bevölkerung spricht es fließend und kann somit in der Anfangszeit eine sichere Verständigung ermöglichen. Im Berufsleben gestaltet sich die Sache oftmals komplizierter. Für den Großteil der Berufe sind Grundkenntnisse der norwegischen Sprache Pflicht. Häufig wird beispielsweise ein positiver Bergentest erwartet (Nähere Infos: www.norsktester.no; www.norwegen.no). In handwerklichen Berufswegen ist man in der Praxis meist etwas liberaler. Dennoch ist es empfehlenswert bereits in Deutschland einen Sprachkurs zu besuchen, beispielsweise bei einer Volkshochschule (www.vhs.de).

In der norwegischen Gesellschaft ist die Erinnerung an die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges präsent. Mitunter können daher auch heute noch Vorbehalte aufkommen. Ihnen gilt es mit Verständnis und Freundlichkeit zu begegnen. Jüngere Generationen sind davon jedoch weniger eingenommen. Als Arbeitskräfte sind Deutsche aufgrund ihrer nachgesagten Tugenden beliebt.

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