Wir kennen Südtirol als wunderschönes Reiseland. Die Kurstadt Meran zieht jedes Jahr tausende Urlauber an und in den Skigebieten tummeln sich die Gäste aus aller Welt. Doch wie steht es mit Auswandern? Ist Südtirol ein interessantes Ziel oder ist die Jobsuche aussichtslos? Wie steht es mit der Integration und was erwartet deutsche Immigranten? Wir sind diesen Fragen einmal auf den Grund gegangen.
Bedingte Kommunikationsprobleme
Auswanderer nach Südtirol werden mit der Sprache nur bedingte Probleme haben, denn es wird überwiegend Deutsch gesprochen. Trotzdem wird man im Laufe der Zeit die italienische Sprache lernen müssen. Italienisch ist auch die offizielle Amtssprache.
Wirtschaft und Arbeitsmarktsituation
Egal welches Auswanderungsziel man auch vorstellt, die Wirtschaftskrise hat fast überall ihre Spuren hinterlassen. Davon kann Südtirol ein Lied singen. Zwar hat das Land sich gerade in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt, doch noch immer ist der Tourismus der Hauptwirtschaftszweig. Einzelne Berufsgruppen haben in Südtirol trotz der Krise gute Jobchancen. Das gilt natürlich mit Abstand im Bereich Tourismus. Hier fehlen viele Fachkräfte und zusätzlich werden zum Winter und zum Sommer hin viele Saisonkräfte eingestellt. Die Touristengebiete werden ständig erweitert und umgebaut. Trotz der Krise sieht es im gesamten Baubereich sehr gut aus. Hier mangelt es an Facharbeitern, Statikern und Ingenieuren. Ferner werden andere Industriezweige aufgebaut. Dadurch haben Techniker, Ingenieure und Konstrukteure gute bis sehr gute Jobchancen.
Arbeitserlaubnis und Jobsuche
In Südtirol gelten arbeitstechnisch dieselben Bedingungen wie in den anderen Landesteilen Italiens. Das heißt, dass der Erhalt einer Arbeitserlaubnis problemlos möglich ist.
Die Jobsuche kann unter Umständen schwer werden. Große Touristikkonzerne und Hotelketten schreiben die Stellen überregional in den großen Jobbörsen und auf den eigenen Webseiten aus. Kleinere Unternehmen beziehen sich bei der Suche nach neuen Mitarbeitern auf den regionalen Bereich. Hier lohnt ein Blick auf die konzerneigenen Websites. Auch die Stellenmärkte der regionalen Tageszeitungen können zum Erfolg führen.
Die Südtiroler sind ein seltsames Völkchen. Was in anderen Ländern längst aus der Mode gekommen ist, bringt in Südtirol Vorteile. Wer ernsthaft in Südtirol leben und arbeiten will, der sollte am besten vor Ort auf Suche gehen. Gerade im Bereich Tourismus und Gastronomie sollte man direkt bei den Betrieben nachfragen. Nicht alle Unternehmen haben ein Personalbüro. In kleinen Betrieben entscheidet der Chef noch persönlich. Es kann somit durchaus sein, das man unmittelbar seine Arbeit aufnehmen kann. Zudem bieten die Arbeitgeber zunächst einen Saisonjob an. Werden dort die Erwartungen erfüllt, besteht die Chance auf einen Festvertrag oder ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis.
Ein weiterer Vorteil bei der Arbeitssuche sind Kontakte. Machen Sie zum Beispiel öfter Urlaub in Südtirol, dann wenden Sie sich ans Hotelpersonal. Reden Sie offen über Ihre Arbeitssuche. Die Südtiroler sind ein hilfsbereites Völkchen. Über Beziehungen und gute Kontakte kann man schnell einen Job finden.
Bewerbung
Sollten Sie sich persönlich um einen Job bewerben, dann werden Sie ruhig aufdringlich. In Italien und gerade in Südtirol ist es durchaus üblich, dass man immer und immer wieder bei der selben Firma vorspricht. Das gilt erst Recht, wenn der Chef um ein paar Tage Bedenkzeit bittet. In dieser Situation erwartet er, dass der Bewerber am Ball bleibt. Rufen Sie ruhig öfter an oder gehen Sie nochmal persönlich vorbei. Was wir in Deutschland als aufdringlich empfinden, ist in Italien eine Schmeichelei. Das Unternehmen fühlt sich geehrt, wenn ein Bewerber signalisiert, dass die Firma sein Wunscharbeitgeber sei. Sie sollten immer wieder betonen, wie toll das Unternehmen sei und dass es für Sie nichts Schöneres gäbe, als für die Firma tätig zu werden.
Löhne und Sozialversicherungen
Die Löhne in Südtirol sind geringer als in Deutschland. Nur in internationalen Konzernen werden höhere Löhne und Gehälter gezahlt. Kleine Betriebe zahlen meist noch geringere Löhne. Das gilt vor allem für Betriebe im Bereich Gastronomie und Hotel. Saisonjobs werden ebenfalls geringer vergütet. Trotzdem dürfte eine Auswanderung nach Südtirol ohne Schwierigkeiten zu meistern sein, denn die Lebenshaltungskosten sind geringer. Die Beiträge zur Sozialversicherung sind etwa auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland. Das gilt auch für die steuerlichen Abgaben.
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Sehr guter fundierter Beitrag. Die Info war sehr nützlich für mich. Danke!