Bewerben im Ausland

by Rainer on 1. September 2007

In den letzten Jahren habe ich mich mehrfach im Ausland beworben. Zweimal war die Job-Suche (Praktikum) erfolgreich (Südafrika & Neuseeland), daher hier mal meine Erfahrungen mit den Auslandsbewerbungen:

Kontaktaufnahme telefonisch oder per Email?
Bewerben per Email ist natürlich sehr bequem und vor allem bei Auslandsbewerbungen die kostengünstigste Option. Doch Vorsicht. Die Rücklaufquote auf Email-Bewerbungen ist extrem niedrig! Meist steht auf der Website kein direkter Ansprechpartner, sondern nur eine Sammeladresse (z.B. info@irgendwas.com). Wenn ihr euch dort bewerbt landet die Email möglicherweise erst beim Administrator der eure Bewerbung weiterleitet oder direkt als SPAM aussortiert. Aber auch wenn die Email an den richtigen Ansprechpartner weitergeleitet wird ist nicht gewährleistet, dass dieser euch antwortet. Mit jedem Bewerber aus dem Ausland ist ein deutlich höheres Risiko verbunden (Visum, Was tun wenn der Bewerber nicht passt? etc..) , welches Arbeitgeber zunächst einmal abschreckt.

Daher macht es gerade bei Initiativbewerbungen Sinn vorab mal anzurufen und sich vorzustellen. Damit zeigt ihr auch dass Ihr über gute Sprachkenntnisse verfügt.

Was Ihr beachten solltet:

  • Informiert euch vorab genau über die Firma und bereitet Fragen vor.
  • Bereitet eine persönliche Kurzvorstellung inklusive der von euch angestrebten Tätigkeit vor.
  • Fragt nach ob eine Stelle zu vergeben ist und wer der Ansprechpartner ist. Lasst euch gegebenenfalls weiterverbinden. Falls der Ansprechpartner nicht erreichbar notiert euch zumindest Name und die Email Adresse.
  • Habt keine scheu, lasst euch den Namen buchstabieren wenn euer Gegenüber einen etwas exotischeren Namen hat (z.B. Kajol Devgan Mukherjee – Indischer Schauspieler)
  • Beachtet die Zeitverschiebung wenn Ihr in Ländern wie den USA, Kanada, Australien oder Neuseeland anruft.
  • Verwendet günstige Auslands-Vorwahlnummern

Nach dem Telefonat folgt die Email-Bewerbung. Da Ihr nun kein Fremder aus einem fernen Land mehr seid, ist die Chance auf eine Antwort sehr viel höher. Ihr solltet eine möglichst seriöse Emailadresse verwenden (keine Kosenamen wie z.B. highlander@irgendwas.de). Die Emailadresse sollte immer euren Vor- und Nachnamen enthalten (vorname.nachname@irgendwas.de).

Anschreiben & Lebenslauf
Verschickt zunächst einmal nur ein Anschreiben (Cover Letter) und einen Lebenslauf (CV / Resume). Zeugnisse werden auf Wunsch nachgeschickt. Aufgrund unterschiedlicher Anforderungen ist es allerdings nicht ausreichend die deutschen Bewerbungsunterlagen eins zu eins zu übersetzen.

In englischsprachigen Ländern kommt dem Anschreiben generell eine sehr viel geringere Bedeutung zu als hierzulande. In diesem Teil der Bewerbung solltet Ihr daher nur kurz erläutern, warum Ihr euch für den Job bewerbt.

Der Lebenslauf enthält alle für die Bewerbung relevanten Informationen. Der Lebenslauf ist umgekehrt chronologisch aufgebaut und beginnt mit der letzten Beschäftigung. Wichtig ist, dass der Lebenslauf aussagekräftig ist. Listet nicht nur die einzelnen Arbeitsstationen auf, sondern schildert detailliert welche Tätigkeiten und Erfahrungen Ihr in den einzelnen Jobs sammeln konntet. Besonders detailliert solltet Ihr auch auf euer Studium/Ausbildung eingehen. Wie ein Englischer Lebenslauf aussehen kann, erfahrt Ihr beispielsweise hier:

http://www.kent.ac.uk/careers/cv/cvexamples.htm

Was nicht in den Lebenslauf gehört:
Angaben zur Religionszugehörigkeit, Alter und Herkunft, Gesundheitszustand, Familienstand sowie andere persönliche Angaben und ein Lichtbild gehören nicht in den Lebenslauf.

Also, viel Glück mit dem bewerben!!

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Denise 2. Oktober 2007 um 16:31

Hallo,
vielen Dank für den tollen Beitrag. Hab mich auch schon im Ausland beworben und mich immer gefragt, warum ich keine Antworten bekommen habe. Aber wie ich in deinem Beitrag gelesen habe, habe ich wohl einige Fehler bei der Bewerbung gemacht, die mir jetzt wohl nicht mehr passieren werden. Aber eine Frage hab ich noch: Wenn man sich im Ausland beworben hat und erfolgreich war, was für Möglichkeiten gibt es sich die Reise zu finanzieren. Bezahlt der zuküntige Arbeitgeber die anfallenden Kosten (z.B. Flug) oder besteht die Möglichkeit Fördergelder zu bekommen? Hoffe du kannst mir dazu eine Antwort geben. Ich habe nämlich leider nicht den finanziellen Background, um das aus eigener Tasche zu finanzieren.
Vielen Dank schon einmal im Voraus.
LG, Denise

admin 3. Oktober 2007 um 20:10

Hallo, dass dir der Arbeitgeber den Flug bezahlt ist leider unwahrscheinlich. Falls du Studentin bist, hast du die besten Chancen auf „Fördergelder“. Da gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, vom Auslandsbafög bis hin zu einer Vielzahl an Stipendienprogrammen z.B. DAAD oder Inwent (Da gibt es noch viele weitere Programme). Falls die nicht helfen, muss man sich die Reise selbst finanzieren.

dani 18. Oktober 2007 um 14:21

Sehr informativer Beitrag. Werde ich wohl in Zukunft noch mal genauer lesen ;-)

Alexander 27. Dezember 2007 um 16:50

Hallo,
gerade bin ich über deinen Beitrag gestolpert und da ich in ferner Zukunft ebenfalls Auslandsbewerbungen schreiben werde, habe ich schon gute tipps erhalten.
Mein Ziel ist es mich in Kanada zu bewerben. Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung als Fachinformatiker vorzuweisen und deshalb kann ich durch mein Berufsbild einige Abkürzungen in den bürokratischen Formalien in Anspruch nehmen, mein Problem ist daher eher grundsätzlicher Natur.
Kannst du mir einen Tipp geben im Ausland an Stellenausschreibungen zu gelangen? Einfach im Internet die örtlichen Jobbörsen durchforsten? Oder gibt es eine Methode, die einen direkteren Kontakt zu Firmen, die Interesse an ausländischen Arbeitskräften haben, ermöglicht?

Viele Grüße

Alexander

admin 3. Januar 2008 um 15:50

Hi, ja die regionalen Stellenbörsen sind ein guter Anfang. Jobbörsen für Kanada sind z.B. http://www.jobshark.ca, http://www.jobbank.gc.ca, http://www.workopolis.com oder http://www.jobs.ca.
Solltest du Schwierigkeiten bei der Suche nach einem festen Job haben, empfehle ich dir auch nach Praktikumsstellen zu suchen. Ein Praktika erhältst du meiner Ansicht nach leichter und wenn du deinen Job gut machst stehen die Chancen gut, dass Sie dir im Anschluss einen festen Job anbieten. (=> werf auch mal einen Blick auf die ganzen Praktikumsbörsen wie praktikum.de, prabo.de usw… , dort sind gelegentlich auch Auslandsjobs drin)
Dann würde ich noch die ganzen Internationalen Business Netzwerke wie z.B. Xing, Linkedin und auch Facebook durchsuchen bzw. eigene Inserate aufgeben

Matthias 15. Februar 2008 um 12:46

Hallo ,
danke erstmal für den tollen beitrag und meine frage ist jetzt wäre es vielleicht nicht sinnvoll oder besser eine video-bewerbung abzuschicken, hatte nämlich vor ein paar tagen mal davon gelesen das man auch eine video-bewerbung machen kann, wäre eigentlich doch sinnvoll die dann in englisch zu verfassen oder wenn man es kann in der jeweiligen landessprache oder nicht ?

admin 24. Februar 2008 um 15:57

Hallo, wenn du ein Video erstellst, dann schick es im Anhang mit. Ganz auf schriftliche Unterlagen zu verzichten halte ich für sehr gewagt (außer du suchst einen Job in der Unterhaltungsbranche).

Ein gut gemachtes Bewerbungsvideo kann einen positiven Effekt auf deine Bewerbungen haben! Du hebst dich damit deutlich von anderen Bewerbern ab und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Nachteil ist, ein „professionelles Video“ zu erstellen ist aus meiner Sicht nicht so einfach. Im Vorfeld solltest du dir zur inhaltlichen Konzeption Gedanken machen und du musst auch lernen wie man sich vor Kamera & Mikrofon professionell verhält. (das ganze soll ja nicht lächerlich wirken!) Daneben benötigst du ein halbwegs anständiges Kameraequipment & und auch Themen wie die richtige Beleuchtung (z.B. im Studio) sind für eine professionelles Video nicht unerheblich. Insgesamt betrachtet kann das Video dann schnell mal etwas teurer werden.

Einen ganz interessanten Link zu dem Thema hab ich noch gefunden. Schau am besten mal rein: http://www.focus.de/jobs/bewerbung/videoclips_aid_26815.html

ast 22. Oktober 2008 um 01:44

Ich weiß nicht, wie es in anderen Länder ist, aber in Australien sind Beziehungen das A und O. Die besten Jobs gehen oft “unter der Hand” weg. In vielen Unternehmen bekommen die Angestellten Prämien für die Vermittlung von neuen Kräften und die sind mitunter nicht gering.

admin 22. Oktober 2008 um 19:04

Das einem Vitamin B bei der Jobsuche hilft, gilt vermutlich überall.

Silke 19. Januar 2010 um 20:41

Hallo,

zu den Möglichkeiten von „Fördergeldern“ für Outgoings, sei unbeding noch das Leonardo Stipendium und Erasmus erwähnt. Gerade das Leonardo da Vinci Stipendium bietet einen recht komfortablen Betrag, welcher in der Regel in drei Stufen ausgezahlt wird. Die Zulassung zum Stipendium ist üblicherweise von den Noten und dem entsprechenden Bedingungen im Praktikum abhängig.

Carina 21. Januar 2010 um 20:56

Hallo Silke, danke für den Tipp!

realkontrol 3. August 2010 um 13:53

Gute Kenntnisse der Sprache im Land des Praktikums und soziales Einfühlungsvermögen für andere Länder und Sitten sind die Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Praktikum im Ausland. Zur Übung kann man sich die eigenen Zeugnisse in die jeweilige Landessprache selbst übersetzen. Dabei ist die Formatierung des Originals soweit als möglich zu übernehmen. Dann das Original und die Übersetzung des Zeugnisses zusammenheften. Beglaubigte Übersetzungen der Zeugnisse werden eher selten von einem Praktikanten verlangt.

Carina 3. August 2010 um 16:50

Danke für den Tipp!

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